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Porzellan: Fertigung

Die Arbeit der Entwerfer
Die meisten Künstler und Entwerfer kommen von weither nach Selb. In einer von der Fabrikation unabhängigen Entwicklungsabteilung, dem Creative Center, arbeiten sie bei der Realisierung ihrer Entwürfe und Ideen mit, vom ersten Modell bis zum fertig dekorierten Service oder bis zu den letzten, ausgereiften Formen einer neuen Glasserie. Die Abteilung Produktentwicklung, der dazu alle notwendigen Werkstätten zur Verfügung stehen, arbeitet für die Marken Rosenthal Studio-Line, Rosenthal Classic und Thomas.

Die Arbeit der Modelleure
Modelleure, Meister ihres Fachs, fertigen in oft jahrelanger Auseinandersetzung mit dem Werkstoff und in Zusammenarbeit mit den Entwerfern nach deren Entwürfen in handwerklicher Arbeit Modelle aus Gips an, weil Gips sich universell verarbeiten läßt. Runde Körper werden aus massiven Gipszylindern auf der Drehscheibe gedreht, Reliefs in die fertigen Modelle eingraviert. Henkel und Schnaupen werden aus Gipsblöcken herausgeschnitzt. Da Porzellan im Brand um ca. 15% kleiner wird und in glühendem, weichen Zustand durch sein Eigengewicht etwas nach unten absinkt, müssen die Gipsmodelle entsprechend größer angefertigt werden und bauchige Formen, Henkel und Schnaupen müssen steiler, gerader geformt sein. Letzteres läßt sich nicht berechnen. Es setzt Erfahrung und Einfühlungsvermögen voraus.

Kunstharz-Formen / Gips-Formen
Nach den ersten, sehr empfindlichen Gipsmodellen werden Formen aus haltbarem Kunstharz oder Silikon angefertigt. Von diesen positiven Kunstharzmodellen werden viele negative Arbeitsformen abgegossen, die wiederum aus Gips sein müssen, denn Gips ist porös und saugt, wenn er mit Porzellanmasse in Berührung kommt, das Wasser der Masse auf. Eine solche Gipsarbeitsform kann etwa 70 mal, wenn sie ein Relief hat, nur ca. 35mal benutzt werden, da die Reliefs unscharf werden. Reliefs auf Servicen und Geschenkartikeln fallen aus diesem Grund immer unterschiedlich scharf aus.

Rohstoff-Aufbereitung
Die wesentlichsten Bestandteile der Porzellanmasse des Hartporzellans sind: 50% Kaolin, 25% Feldspat und 25% Quarz. Diese Rohstoffe werden in großen Trommelmühlen und unter Zusatz von Wasser und Mahlkugeln fein gemahlen und gemischt. Anschließend läuft die flüssige Masse über ein Magnetband, das alle Eisenteilchen zurückhält, denn diese würden auf dem fertig gebrannten Stück als braune Flecken sichtbar. Ein sehr feinmaschiges Schüttelsieb hält alle Verunreinigungen zurück. Eine hydraulische Filterpresse entzieht der Masse den größten Teil des Wassers und eine Vakuum-Presse die Luft. Erst jetzt ist die Masse formbar.

Drehen
Die Masse wird in entsprechend großen Portionen in die Gipsarbeitsformen der Tassen gelegt, die in eine Maschine, die sog. Bechertaktstraße, eingesetzt sind. Eine Metallschablone senkt sich und formt drehend die Innenseite der Tasse. Die Tasse wird "eingeformt". Nachdem das rohe Stück getrocknet ist, löst es sich von der Gipsform ab und läßt sich herausnehmen. Die rauhen Ränder werden mit nassen Schwämmen bearbeitet, bis sie gut gerundet, glatt und gleichmäßig sind. Die Tassenhenkel werden separat gegossen. Sorgfältig werden die Gießgrate von Hand entfernt, bevor die Henkel an die Tassenbecher angarniert werden.

Isostatisches Pressen
Ein weiteres Verfahren ist das Isostatische Trocken-Pressen von Tellern. Dazu wird eine Porzellanmasse verwendet, die aus winzig kleinen, getrockneten Kügelchen besteht (sprühgetrocknet). Dieses Granulat wird in die Preßform eingefüllt und unter hohem Druck verdichtet. Der dafür notwendige Preßdruck beträgt etwa 300 kg /cm². Die für das Pressen notwendigen Werkzeuge sind zweigeteilt, in Oberstempel und Unterstempel. Der Oberstempel formt in der Regel die Artikeloberseite und ist starr. Der Unterstempel formt die Artikelrückseite und ist zur isostatischen Ausformung der Artikel mit einer elastischen Membrane versehen. Durch Aufeinanderfahren von Ober- und Unterstempel entsteht ein allseits geschlossener Füllraum, in den durch eine verschließbare Öffnung mit Hilfe von Druckluft, Granulat geblasen wird. Durch Druck von ca. 300 bar wird der Artikel ausgeformt und überall gleichmäßig verdichtet, was für die weitere Bearbeitung wie Putzen und Brennen von außerordentlicher Bedeutung ist. Die Artikel müssen nur am Rand (Preßgrat) verputzt werden. Dann schließt sich der normale Fertigungsablauf an. Das Pressen ist ein rationelleres Verfahren. Es bietet neben einer Reihe von Vorteilen auch eine Qualitätsverbesserung: Die Teller und Platten sind gleichmäßiger.

Gießen
Alle übrigen Porzellanteile, z.B. Kannen, Henkel, Schnaupen, Dosen, ovale Platten und Figurenteile, werden in Gipsformen gegossen. Dazu verwendet man eine Porzellanmasse, die durch Zusatz von wenig Wasser und anderen Verflüssigungsmitteln gießfähig gemacht wurde. Die zwei oder mehrteiligen Formen saugen, wenn sie mit flüssiger Masse, dem Schlicker gefüllt sind, das Wasser an, so daß an der Gipswand eine gleichmäßige, feste Masseschicht, "der Scherben" entsteht.Die restliche,noch flüssige Porzellanmasse, wird wieder aus den Formen herausgegossen. Henkel, Schnaupen, Tassenfüße, Deckelknöpfe werden, wenn gesondert gefertigt, mit halbflüssiger Porzellanmasse, dem Garnierschlicker, von Hand an den eigentlichen Körper "angarniert". Porzellanfiguren sind ebenfalls aus vielen, einzeln gegossenen Teilen von Hand zusammengesetzt. Die Gießnähte, die alle gegossenen Stücke dort aufweisen, wo die Gipsformen zusammengesetzt sind, werden mit Klingen und Schwämmen von Hand geglättet.

Druckguss
Bei diesem Gießverfahren zur Herstellung von eckigen und ovalen Platten wird der flüssige Porzellanschlicker in eine zweigeteilte, poröse Kunststoff-Form gepumpt und unter Druck gesetzt. Dadurch entweicht das Wasser durch die offenen Porenkanäle der Kunststoff-Form, während der zurückgehaltene Feststoff, die eigentliche Porzellanmasse, in der Form zurückbleibt und den gewünschten Artikel bildet. Danach wird die Form automatisch geöffnet, und der Artikel kann mit einem Saugheber herausgenommen werden.

Glühbrand
Nachdem das noch rohe Porzellan vorgetrocknet und bei ca. 1000°C zum ersten Mal gebrannt, verglüht ist, ist es nicht mehr wasserlöslich, aber noch porös und wasseraufnahmefähig. Die neueste Entwicklung auf dem Gebiet der Brenntechnik sowohl für den Glühbrand als auch für den nachfolgenden Glattbrand ist der sogenannte Brenntisch. Bei dieser jüngsten Schnellbrandofengeneration wird das Porzellan auf Brenntischen aus nicht brennbarem Siliziumkarbid durch das offene Feuer gefahren. Kapsel und Stapelaufbau entfallen. Die Feuerführung wird besser genutzt und die Brennzeit auf 4,5 Stunden reduziert, was den Energieverbrauch von Erdgas ganz erheblich senkt. (Im alten Tunnelofen dauerte die Brennzeit 36 – 40 Std.)

Glasieren
Das verglühte Porzellan wird mit der Firmenmarke gestempelt und glasiert. Von Standringen und Tassenrändern wird die Glasur sofort wieder mit nassen Schwämmen entfernt, damit das Porzellan während des zweiten Brandes nicht festklebt. Die Glasur selbst besteht aus Quarz, Feldspat, wenig Kaolin und einem hohen Anteil verschiedener Flußmittel. Im Glattbrand schmilzt sie bevor der Scherben "dicht" wird. Dadurch entsteht eine sehr innige Verbindung von Porzellanscherben und Glasur. Die sehr quarzhaltige und dadurch nach dem Brand besonders harte Glasur wird duch Eintauchen in das Glasurbad von Hand oder maschinell auf das Porzellan gebracht. Bei besonders empfindlichen Stücken (z.B. >>Zauberflöte<< und Limitierte Kunst) wird die Glasur in einem speziellen Spritzverfahren aufgetragen.

Glattbrand
Im Glatt- oder Scharffeuer-Brand bei einer Temperatur bis ca. 1400°C wird die Masse kleiner und wasserdicht. Sie sintert zu einem harten, feinen, durchscheinenden, neuen Werkstoff, dem Porzellan zusammen. Dabei macht sie eine chemische Veränderung und eine Formveränderung durch, die bei jedem Stück unterschiedlich verläuft. Nach diesem Glattbrand ist das Porzellan 15% kleiner als bei der Ausformung. Es ist nicht möglich, zwei völlig gleiche Porzellanstücke zu brennen. Auch der Glattbrand erfolgt heute in einem Brenntischofen.

Bomsen
Um während der Brände Verformungen des weichen, weißglühenden Porzellans möglichst gering zu halten, werden viele Stücke auf Bomsen gebrannt. Bomsen sind Stützen, die aus der gleichen Porzellanmasse bestehen müssen, damit sie den Schwindungsprozeß während der Brände mitmachen können. Ist ein Porzellanstück fertig gebrannt, ist die Bomse nicht mehr verwendbar.

Hartporzellan
Nach den beiden Bränden ist durch die Einwirkung der enorm hohen Temperaturen das Porzellan trotz größter Feinheit hart, schlagsicher und transparent geworden. Hartporzellan besitzt die höchste Kratzfestigkeit gegen Messerstahl und ist unempfindlich gegen Säuren, ausgenommen Flußsäure. Es ist witterungsbeständig und verändert sich nach dem letzten Brand nicht mehr, ganz gleich wie alt es wird. Es ist für den Mikrowellenherd geeignet. Ausnahmen sind Dekorationen mit Edelmetallen (Gold, Platin). Die weiße, manchmal leicht bläuliche Farbe des Porzellans entsteht durch den Reduktionsbrand, d. h.: es wird unter Sauerstoffmangel gebrannt.

Porcelaine noire
Schwarzes Porzellan ist sowohl in der Masse als auch in der Glasur durch Metalloxide gefärbt. Ein so kostbares Porzellan wie Porcelaine noire gibt man nicht in die Spülmaschine. Man wäscht es mit der Hand, am besten mit warmem Wasser, und trocknet es sofort mit einem weichen Tuch ab. Man sollte vermeiden, Speisen mit Zitronenoder Essigsäure für längere Zeit mit dem Geschirr in Verbindung zu bringen. Es besteht sonst die Gefahr der Fleckenbildung. Schwarzes Porzellan ist für die Mikrowelle nicht geeignet.

Schleifen
Die unglasierten Standringe und Auflageflächen des Porzellans sind auch nach dem zweiten Brand noch rauh. Durch mehrfaches Schleifen und Polieren werden sie so bearbeitet, daß sie glatt, angenehm und schmutzabweisend werden.

Sortierung
Das undekorierte Porzellan, auch fertige Weißware genannt, wird von fachkundigen Frauen sorgfältig sortiert. Die typischen Materialeigenschaften und der keramische Fertigungsprozeß, besonders der Brennprozeß führen grundsätzlich zu Toleranzen und geringfügigen Abweichungen zwischen den einzelnen Stücken. Die Sortierarbeit trennt peinlich genau nach Graden solcher Abweichungen und scheidet Stücke mit Fehlern aus.

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