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Von
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Jörg Lehmann ist Fotograf. In seinem Berliner Studio türmen sich Teller, Platten, Schalen. Darauf angerichtet: kunstvolle Speisen, die er für Kochbücher fotografiert. Jörg Lehmann ist aber auch Autonarr. Genau wie Philip Rosenthal liebt er Käfer und Bullis. So sehr, dass er am liebsten ein Automuseum eröffnen würde.

Jörg Lehmann ist ein Tausendsassa. Er hat in Afrika, New York und Paris gelebt. Er ist zwanzig Jahre lang als Modefotograf durch die Welt gereist. Er hat 3000 Teller und 2000 Bestecke zusammengetragen, die er als Requisite in seinem Fotoatelier nutzt. Und er hat seine Leidenschaft für Bullis und Käfer entdeckt. Das war vor drei Jahren und seither hat Jörg Lehmann eifrig gesammelt: vier Vintage-Käfer und 2000 Fotos mit Bullis und Käfern drauf.

Philips
mobiles

– Büro

Auch Philip Rosenthal ist ganz vernarrt in den Bulli, von dem er verschiedene Exemplare besitzt: die Volkswagen-Modelle T1 und T2, ganz in Weiß mit Zeltdach und extravagant zweifarbig gehalten beispielsweise. Der Bulli ist für den Rosenthal-Lenker jedoch mehr als ein Fortbewegungsmittel. Er beschreibt vielmehr ein Lebensgefühl, umfasst einen ganz eigenen Kosmos. Und so fährt Philip Rosenthal mit seinem Bulli nicht nur in den Urlaub, das Ruderboot auf den Gepäckträger geschnallt. Nein, einen seiner Bullis funktio­niert er kurzerhand in ein funktionstüchtiges Büro um. Dort sitzt er mit seiner Sekretärin auf engstem Raum, während sie in die Schreibmaschine tippt, was er ihr diktiert. Auch gute Geschäftspartner empfängt und bewirtet der Firmenchef in seinem Lieblingsmobil.

Sammel-
leidenschaften

Jörg Lehmann kann gut nachvollziehen, was Philip Rosenthal so faszinierte am Bulli, ist er doch selbst völlig hin und weg. Bereits das erste Auto, das er in den frühen Siebzigern kauft, ist ein Käfer. Der ist erstaunlicherweise lila, kostet 150 D-Mark und überlebt nur eine einzige Fahrt: von Olpe nach Husum. In Paris fährt der Fotograf einen alten Mercedes, und als er vor vier Jahren nach Berlin zieht, kauft er sich einen Ford Thunderbird, ist aber nicht glücklich damit. „Kauf dir doch einen Käfer“, rät ihm ein Freund. Gesagt, getan. Am selben Tag kauft er sich bei Ebay einen (Brezel-)Käfer, Baujahr 1957.

Inzwischen nennt Jörg Lehmann vier von den herzerwärmenden Fahrzeugen sein eigen. Und nicht nur das: er ist regelmäßig auf Flohmärkten unterwegs, immer auf der Suche nach Fotos mit Bullis und Käfern. Keine Werbeaufnahmen, sondern private Fotos. Zwei­tausend davon hat er bereits zusammengetragen – eine aufregende Zeitreise durch Fotografie und Gesellschaft. Darauf sind zu sehen: ein Bulli, der zu einem rollenden Werbeträger für frische Früchte wird. Ein kleines Mädchen, das keck an der Fahrertür eines Käfers hängt und sich mit herausgestreckter Zunge im Außenspiegel betrachtet. Ein Hochzeitspaar, das sein Glück stolz vor der Front eines Bullis zeigt.

Wo
Fenster

aufgehen

Wie er auf die Idee gekommen ist, historische Fotos von Bullis und Käfern zu sammeln? „Ich habe in einem alten Fotoalbum geblättert und bin plötzlich auf ein Foto gestoßen, auf dem meine Mutter mit mir auf dem Arm in einem Käfer sitzt.“ Das war die Initialzündung, denn „kurz darauf habe ich das erste Mal auf einem Flohmarkt in Berlin fünf Käfer-Fotos für neun Euro gekauft.“ Das war vor drei Jahren, und inzwischen hat Jörg Lehmann auf Facebook ein virtuelles Käfer-Museum mit seinen Fotoschätzen aufgebaut. Einen großen Traum hat er aber noch: Irgendwann, so ist er sicher, wird er in Berlin das kleinste Automuseum der Welt eröffnen. Mit nur einem ausgestellten Auto und seiner Fotosamm­lung drum herum. „Ich möchte dort Geschichten über Menschen erzählen, nicht so sehr über Technik“, sagt er. Liebe, Reisen, Wirtschaftswunder, Mein erstes Auto – das sind die Themen, die ihn interessieren, mit denen er unterhalten will. Deshalb sammelt er auch fast ausschließlich Amateurfotos. „Bulli und Käfer musst du niemandem erklären. Bei 99 Prozent der Leute gehen Fenster auf“, freut er sich.

„Sich selbst Reisen ausdenken, statt verreisen zu lassen. Wir sind zum Beispiel über jahre als Familie und mit Freunden von Selb über Italien, Griechenland, Türkei bis zum Schwarzen Meer jeden Meter entweder gelaufen, gerudert oder geschwommen.

Oder die Donau runtergerudert. Oder von Selb gelaufen/ gerudert bis nach Oxford. Unser VW-Bus war immer dabei.“

Philip
Rosenthal –

Zitat

„Auch diejenigen, die diese Zeit nicht miterlebt haben, lieben Käfer und Bullis – das ist schon ein Phänomen. je verrückter die Welt wird, desto mehr möchten sich Menschen auf etwas beziehen, das nicht so kurzlebig ist.“

Jörg
– Lehmann

Zitat

Fahrer
nicht –

Schrauber

Jörg Lehmann brennt für die Dinge, die er tut. Das kann man auch in seinem 170 Quadratmeter großen Studio in Berlin-Friedrichshain sehen. Dort sind die Regale vier Meter hoch und vollgestellt mit 3000 Tellern und Schalen. Auch die Rosenthal-Form Mesh ist dabei, wobei Jörg Lehmann die farbige Version am liebsten hat. Hinzu kommen unzählige Schubladen mit 2000 Löffeln, Messern und Gabeln – aus allen möglichen Ländern, in unterschiedlichen Formen und Materialien, quer durch das Jahrhundert – aufgestöbert auf Flohmärkten, in Vintage-Läden und auf Messen. Über fünfzig Kochbücher hat Jörg Lehmann bisher fotografiert – für Sterneköche wie Tim Raue, Cornelia Poletto und Tim Lohse.


Geschichten-
erzähler

Jörg Lehmann erzählt Geschichten. Als Fotograf, indem er die in seinem Studio gekochten Gerichte eigenhändig auf dem gedeckten Tisch arrangiert. Als Sammler von Automobilen, indem er Bullis und Käfer in einen alltagshistorischen Bezug setzt und Freiraum fürs Erinnern schafft. Kein Wunder bei der Freude am Geschich­tenerzählen, dass sich Jörg Lehmann deshalb auch als „Fahrer“, nicht als „Schrauber“ versteht. „Ich mag an den Käfern und Bullis, dass man die Tür aufmacht und nichts piept. Ich mag das totale, praktische Nichts. Scheibenwischer, Blinker – an, aus.“ Und auch die Form der Autos mag Jörg Lehmann. Da hat er einiges gemein mit Philip Rosenthal.

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