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Porzellan: Dekore

Seit ältesten Zeiten haben die Menschen Freude daran, ihr Gebrauchsgerät zu schmücken. Dekore auf Porzellan beleben das Weiß des Materials durch ihre Farben. Dekore heben die Neutralität einer schlicht weißen Form auf. Ein Service oder eine Vase können durch einen reichen Golddekor festlich und repräsentativ wirken. Das gleiche Service, die gleiche Vase mit einem farbenfrohen Blumendekor wirken freundlich und heiter. Ein Dekor kann also ein Stimmungsfaktor sein und dadurch ein Service einem bestimmten Zweck zuführen. Außerdem werden durch verschiedene Dekore unterschiedliche Käuferschichten angesprochen. Darum läßt die Abteilung Produktentwicklung eine Vielzahl von Dekoren von namhaften Künstlern entwerfen, um daraus nach strengen Gesichtspunkten die besten auszuwählen. 

Dekorfolie
Die häufigste Technik, Porzellan zu dekorieren, ist das Auflegen einer hauchdünnen, nassen Farbfolie. Dieses Auflegen erfordert große Genauigkeit, Geduld, eine sichere Hand und gute Augen. Die Ausdrücke Schiebedruck und Abziehbild vermitteln eine völlig falsche Vorstellung von dieser Arbeit. Die Dekorfolien selbst werden  hauptsächlich im Siebdruckverfahren hergestellt. Heute werden sie nicht mehr nur für die Dekoration von Servicen verwendet, sondern auch für kostbare, limitierte Serien, die in Handmalerei nicht auszuführen sind, ohne dabei den Originalentwurf des Künstlers mehr oder weniger zu verfälschen. Ein Porzellanmaler kann den Entwurf eines Künstlers nicht einfach kopieren, indem er ihn abmalt. Solche Künstlerentwürfe kann man erst auf Porzellan übertragen, seit es durch neue, aufwendige Drucktechniken möglich ist, sie originalgetreu in keramischen Farben wiederzugeben.

Handmalerei
Handgemalt sind Lüsterdekore, Gold- und Platinbänder, Goldätzdekore und vergoldete Reliefs. Nachdem eine erste Goldschicht aufgemalt und aufgebrannt ist, wird eine zweite Goldschicht aufgetragen, die nach einem zweiten Goldbrand mit Glashaarbürsten auf Hochglanz poliert wird. Nach diesem letzten Brand enthält eine handgemalte Goldauflage bis 95% reines Gold (22 Karat). Handgemalt sind auch alle Figuren. Dabei wird entweder auf der Glasur gemalt oder auf dem verglühten Scherben, der anschließend glasiert und glattgebrannt wird.

Fond-Dekore
Sollen größere Flächen eines Porzellanstücks mit einer Farbe bedeckt sein, so wird dieser Farbfond mit einer Spritzpistole gleichmäßig auf das Porzellan aufgespritzt. Dabei werden alle diejenigen Flächen, die weiß bleiben sollen, zuvor mit Lack isoliert, der nach dem Spritzen wieder entfernt werden muß. Nach dem Abziehen der Lackschicht und vor dem Brennen werden die weißen Flächen des Porzellans sorgfältig geputzt. Kleinste Farbrückstände würden nach dem Brand als Flecken sichtbar werden.

Dekor-Druck
Dank neuer technischer Möglichkeiten ist die allgemein vorherrschende Meinung, daß nur Handmalerei besonders wertvoll sei, überholt. Heute wird der Entwurf eines Künstlers in einen Zeichencomputer eingespeist und in sehr aufwendiger Arbeit für die jeweilige Porzellanform, bzw. die einzelnen Serviceteile so umgearbeitet, daß er später auf eine dreidimensionale Form übertragen werden kann. Dabei bleibt der Charakter der Künstlerhandschrift voll erhalten. Anschließend werden die so ausgearbeiteten Dekore auf Papier ausgedruckt, das zuvor mit einer Leimschicht überzogen wurde, damit die Farben sich leichter vom Papier auf Porzellan übertragen lassen.  Die Farben selbst werden im Siebdruckverfahren auf das Papier gebracht. Dazu werden sehr feinmaschige Stahlsiebe verwendet, die die Farbe nur an den gewünschten Stellen durchlassen. Jeder Farbton wird einzeln gedruckt, d.h. daß für jede Farbe auch ein entsprechendes Sieb hergestellt werden muß. Beim Druckvorgang selbst werden die einzelnen Farbtöne nacheinander und paßgenau nebeneinander gedruckt. Beim Siebdruckverfahren können die Farben verhältnismäßig stark aufgetragen werden. Das ermöglicht auf dem Porzellan die satte Leuchtkraft der Farben nach dem Brand. Ist der Druckbogen fertig, wird er noch mit einer Lackschicht überzogen. Zum Dekorieren des Porzellans wird der Druckbogen in Wasser gelegt, um die Leimschicht aufzulösen. Dann kann die hauchdünne, nasse Farbfolie vorsichtig auf das Porzellan übertragen werden.

Ätzgolddekore
Bei der sehr wertvollen Goldätzkante werden Teile des Dekors durch Flußsäure – die einzige Säure, die Porzellan angreift – aus der Glasur ausgeätzt, nachdem die nicht zu ätzenden Teile zuvor mit einem Schutzlack isoliert worden sind. Je länger das Porzellan in die Säure getaucht wird, um so tiefer wird der Dekor eingeätzt. Dabei sind Sekunden ausschlaggebend für immer gleichbleibende Qualität. Anschließend wird der Dekor zweimal handvergoldet. Jede Goldauflage muß einzeln aufgebrannt werden. Nach dem zweiten Brand wird das Gold mit Glashaarbürsten poliert, damit es glänzt.

Kombination matt - glänzend
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Kombination matt – glänzend herzustellen. 1. Eine Mattglasur wird mit einer Spritzpistole auf das Porzellan wie Farbfond aufgespritzt und anschließend aufgebrannt. 2. Glasiertes Porzellan kann durch leichtes Ätzen in Flußsäure mattiert werden. 3. Vor dem Eintauchen in dasGlasurbad werden die Teile, die matt, unglasiert bleiben sollen, mit Wachs abgedeckt. Das Wachs, hier blau im Bild, verbrennt beim Glattbrand.

Unterglasur-Dekor-Brand
Unterglasurdekore werden nach dem ersten Brand (Glühbrand) auf das noch poröse Porzellan meist in Handarbeit aufgetragen. Anschließend wird glasiert und bis 1400°C glattgebrannt. Auch die Firmenmarke wird vor dem Glasieren aufgestempelt. Sie liegt unter der Glasur. Für die hohen Brenntemperaturen sind nur wenige Dekorfarben geeignet. Zu diesen gehören Kobaltblau, Grün, Braun, ein nur mattes Gelb sowie Mischungen dieser Farben von Grau bis Schwarz. Unterglasur-Kobalt-Dekore werden gerne mit Ätzgolddekoren kombiniert.

Hochtemperatur-Dekor-Brand
Hochtemperatur-Dekore werden mittels Farbfolien, Handmalerei oder Fondspritzen auf das fertigem Porzellan aufgetragen. Im Gegensatz zum Unterglasurbrand kann man beim Hochtemperaturbrand wesentlich mehr Farbtöne und auch Gold und Platin in die Glasur einschmelzen. In 90 Minuten wird das Porzellan auf 1250°C erhitzt, so daß die Dekore in die verflüssigte Glasur einsinken und von ihr geschützt werden. Hochtemperatur-Dekore sind unempfindlich gegen Oberflächeneinwirkungen und spülmaschinenfest.

Aufglasur-Dekor-Brand
Aufglasur-Dekore werden ebenfalls durch Farbfolien, Fondspritzen oder in Handmalerei auf das fertige Porzellan aufgetragen. Alle lebhaften Farben, wie z.B. Rot und Orange, die keine hohen Brenntemperaturen aushalten, und oft auch reiche Gold-, Platin- und Lüsterdekore werden zwischen 800° und 900°C auf die Glasur aufgebrannt. Aufglasur-Dekore sind nicht ganz so glatt wie die Glasur. Meistens kann man sie fühlen. Reich dekorierte Porzellane durchlaufen 6 Brände: Glühbrand, Glattbrand & 4 Dekorbrände. Ebenso viele Brände durchläuft das Service »Aida« mit Kobaltfahne und Goldätzkante (Rosenthal Classic): Glühbrand, Glattbrand, Kobaltbrand (Inglasur-Dekor-Brand), 1. Goldbrand, 2. Goldbrand & eventuell ein Korrektur-Brand.

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