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Glas

Das älteste, künstlich hergestellte Glas fand man in den Überresten der alten Kulturen des mittleren Ostens. In Ur in Mesopotamien wurden Glasperlen mit einem geschätzten Alter von fast 4500 Jahren ausgegraben. Jahrhundertelang – bis kurz vor der Zeitenwende – wurde farbiges, undurchsichtiges Glas gleichwertig neben Edelsteinen verwendet. Es war Schmuck allerhöchsten Ranges.

Dieser juwelenhafte Charakter des Glases ist auch in den frühen Glasgefäßen gewahrt, deren Herstellung sehr kompliziert war: Ein Formkern aus Ton wurde an einem Metallstab befestigt und mehrfach in die zähe, heiße Glasmasse getaucht. War die Glasschicht genügend stark und erkaltet, konnte der Tonkern herausgekratzt werden.

Der germanische Norden, der jahrhundertelang Glas aus dem Mittelmeerraum importierte, übertrug den Namen des Bernsteins, glaesum, auf diesen glänzenden, schmückenden Stoff.

Etwa um 200 v. Chr. gelang es durch eine verbesserte Feuerungstechnik, das Glas dünnflüssig zu schmelzen. Man entdeckte, daß das Glas, wenn es glühend und weich genug ist, sich mit Hilfe einer ca. 150 cm langen, eisernen Röhre aufblasen lässt, ähnlich
wie eine Seifenblase.

Die »Glasmacherpfeife« ist bis heute das wichtigste Werkzeug der Glasmacher geblieben. Die durch diese Erfindung bedingten, neuen und rationelleren Glasverarbeitungsmethoden, die das ehemals kostbare Glas zu Gegenständen des täglichen
Gebrauchs machten, und die Glanzzeit des Römischen Reiches führten zu einem Aufschwung und zur Verbreitung der Glasmacherkunst. Glashütten entstanden von Syrien
bis Britannien, und die römischen Glasmacher beherrschten schon damals fast alle wichtigen Verfahren des Glasmachens und Veredelns.

Die Unruhen der Völkerwanderung führten zu einem Niedergang der römischen Glasmacherkunst in Mittel- und Westeuropa. Es wurde zwar weiterhin Hohlglas hergestellt, aber die Rohstoffe waren minderwertiger und demzufolge auch die Glasqualität. Dekoriert wurde in heißem Zustand direkt am Ofen. Schliff und Gravur waren in Vergessenheit geraten.

Im östlichen Mittelmeerraum dagegen hielt sich eine der ägyptischen und römischen vergleichbare technische Fertigkeit. Dort wurden zuerst im byzantinischen, dann im islamischen Reich im Bemalen von Glas eindeutige Stile fortgesetzt und weiter entwickelt.
Nach ihrer Hochblüte im 14. Jh. geriet diese mittelöstliche Glaskunst in Verfall.

Erst den Venezianern, die viele römische Techniken wieder aufblühen ließen und weiterentwickelten, gelang es, farbloses Glas zu schmelzen. Im 13. Jh. wurde Venedig zum Zentrum der Europäischen Glasherstellung. Die Glaszusammensetzung und die Bearbeitungsmethoden galten als so wertvoller Staatsbesitz, daß es den Glasmachern untersagt war, ihr Wissen weiterzugeben. 1291 verlegte man die mehrere Kilometer
lange Glashütte von Venedig auf die Insel Murano, teils wegen der Feuergefahr, teils um unersetzliche Fachleute von der Außenwelt abzutrennen. Trotzdem waren um 1600 die venezianischen Techniken in fast allen europäischen Ländern bekannt, und in vielen Glashütten wurden die dünnwandigen Kelche auf hohen, reich verzierten Stielen hergestellt, die von der großen Kunstfertigkeit der venezianischen Glasmacher zeugen.

Die Entwicklung des Pottascheglases in Böhmen schuf im 17. Jh. die Voraussetzung für ein Glas, das sich auf Grund seiner Farblosigkeit und Brillanz besonders gut für Schliff
und Gravur eignete. Die Technik des Bergkristallschnitts konnte auf dieses Glas übertragen werden. Prunkhaft funkelnde Deckelpokale, deren Glaswandungen durch Schliff und Schnitt prismatisch aufgelöst sind, sind kennzeichnend für die neue Form- und Dekorvorstellung des Barock. Böhmen wurde zum Mittelpunkt der Glasherstellung.

Der letzte Schritt in der Herstellung brillanter Gläser war die Erfindung des Bleikristalls in England. Bleikristall besitzt hervorragende lichtbrechende Eigenschaften und läßt die Luxusgläser des 19. Jh. an geschliffene Diamanten erinnern. Die kurze Epoche des Jugendstils bricht mit der bis dahin üblichen Auffassung von Glas. Sowohl von pflanzlichen als auch von ostasiatischen Vorbildern beeinflusst, zeigen die stark farbigen und undurchsichtigen Gläser dieser Zeit bewegte Motive in Formen und Dekoren.

Um 1930 vollzog sich in internationalem Ausmaß die Wende zum neuen Glasstil. Die Formen sind funktions- und werkstoffgerecht. Das Auge findet aber nicht nur Freude am reinen und elementaren Ausdruck des Stoffes, es sucht auch Genuss im Reichtum der Nuancen und der Belebung des Materials. Farbüberfänge, Oberflächenstrukturen, Luftblasendekors geben neue Reize und kennzeichnen das Design der Gegenwart.

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